Atemarbeit – den eigenen Atem wieder wahrnehmen
Der Atem geschieht von selbst – und lässt sich zugleich bewusst beeinflussen
Warum der Atem so unmittelbar zugänglich ist
Der Atem begleitet dich durch den ganzen Tag, meistens ohne dass du darüber nachdenken musst.
Unsere Atmung wird weitgehend automatisch gesteuert. Gleichzeitig können wir sie bewusst wahrnehmen und für eine gewisse Zeit beeinflussen:
etwas ruhiger ausatmen, den Atemraum im Körper spüren oder eine Bewegung mit dem eigenen Atemrhythmus verbinden.
Genau diese Verbindung macht den Atem im Alltag so zugänglich.
Unter Stress, Zeitdruck oder innerer Anspannung kann sich auch die Atmung verändern. Sie wird möglicherweise flacher, schneller oder unruhiger. Manche Menschen halten zwischendurch unbewusst den Atem an.
Bei neuordnungsraum arbeiten wir deshalb ruhig und behutsam mit dem Atem. Nicht als intensive Technik und nicht, um einen besonderen Zustand zu erzwingen.
Es geht zunächst darum, wieder wahrzunehmen:
Wie atme ich gerade? Wie fühlt sich mein Körper an? Was verändert sich, wenn ich mir etwas mehr Zeit lasse?
Der Atem als Teil der Regenerativen Körperpraxis
Atemarbeit ist bei neuordnungsraum aktuell kein eigenständiges Kursangebot.
Sie ist ein fester Bestandteil der Regenerativen Körperpraxis und verbindet sich dort mit sanfter Bewegung, Körperwahrnehmung und Tiefenruhe.
Je nach Verlauf der Stunde nutzen wir den Atem, um:
- im Körper anzukommen
- Bewegungen ruhig zu begleiten
- Anspannung bewusster wahrzunehmen
- Übergänge zwischen Aktivität und Ruhe zu gestalten
- nach einer Übung einen Moment nachzuspüren
Die Atemsequenzen bleiben einfach, sanft und gut dosierbar.
Du musst keinen Rhythmus perfekt einhalten und weder besonders tief noch besonders lange atmen.
Wie wir mit dem Atem üben
Wir beginnen meistens mit dem, was bereits da ist.
Du nimmst deinen Atem wahr, ohne ihn sofort verändern zu müssen. Danach können kleine Impulse hinzukommen:
etwas ruhiger ausatmen, die Atembewegung im Körper beobachten oder eine Bewegung mit dem eigenen Atemrhythmus verbinden.
Dabei gilt:
Kein Pressen. Kein Luftanhalten als Leistung. Kein Durchhalten.
Du kannst eine Übung jederzeit verkleinern, aussetzen oder einfach nur beobachten.
Für wen dieser Zugang passen kann
Die ruhige Atemarbeit kann zu dir passen, wenn du:
- im Alltag häufig unter Druck stehst
- schwer aus dem Denken herauskommst
- dich körperlich oft angespannt fühlst
- dir einen einfachen Zugang zu mehr Ruhe wünschst
- keine intensive oder leistungsorientierte Atemmethode suchst
Du brauchst keine Vorkenntnisse. Es reicht, aufmerksam und in deinem eigenen Mass mitzumachen.
Ein wichtiger Sicherheitshinweis
Die Atemübungen in der Regenerativen Körperpraxis sind bewusst sanft gestaltet und sollen sich ruhig und gut kontrollierbar anfühlen.
Bei Schwindel, Atemnot, starkem Unwohlsein oder aufkommender Panik unterbrichst du die Übung und lässt den Atem wieder von selbst fliessen. Spür den Kontakt zum Boden oder zur Sitzfläche und richte deinen Blick ruhig im Raum aus.
Bei bekannten Atemwegs-, Herz-Kreislauf- oder anderen relevanten gesundheitlichen Beschwerden sollte medizinisch abgeklärt werden, welche Atemübungen für dich geeignet sind.
In der Regenerativen Körperpraxis arbeiten wir ohne forcierte Hyperventilation, extremes Luftanhalten oder intensive Atemprozesse.
Ein kleiner Schritt für heute
Setz dich bequem hin oder stell dich ruhig hin.
Spür für einen Moment die Füsse oder die Sitzfläche. Lass den Atem kommen und gehen, ohne ihn besonders tief machen zu müssen.
Nimm drei bis sechs ruhige Ausatmungen wahr. Danach lass den Atem wieder ganz von selbst fliessen.
Mehr braucht es für diesen Moment nicht.
So kannst du beginnen
In der Regenerativen Körperpraxis ist die Atemarbeit bereits in kleinen, passenden Sequenzen integriert.
Du übst in einem ruhig geführten Rahmen gemeinsam mit Atem, sanfter Bewegung, Körperwahrnehmung und Tiefenruhe.